Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen
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Kongressbericht zur Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Budapest

Pressemitteilung der Firma Novo Nordisk

Von modernen Insulinanaloga bis zum inhalativen Insulin:
Innovative Diabetes-Therapien heute und morgen

(Budapest, im September 2002 - hhp) „Dem postprandialen Blutzucker wird im Praxisalltag noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt“, erklärte Prof. Antonio Ceriello aus Udine (Italien) und Vorsitzender der neu gegründeten International PGR Study Group (Prandial Glucose Regulation) anlässlich des diesjährigen Europäischen Diabetes-Kongresses in Budapest. Denn aktuelle epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die postprandialen Glukosewerte einen größeren Einfluss auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität haben als der Nüchternblutzucker.(1) Deshalb die nachdrückliche Forderung der Experten: Prandiale Glukoseregulation muss neben HbA1c und Nüchternwert künftig zu einem festen Bestandteil des Diabetes Management werden. Denn nur so ist es möglich, das Ziel einer nahezu normoglykämischen Blutzuckereinstellung zu erreichen und das Risiko der gefürchteten Folgeerkrankungen nachhaltig zu verringern. Vor diesem therapeutischen Hintergrund diskutierten Diabetes-Spezialisten aus aller Welt in Budapest über aktuelle und zukünftige Behandlungsregime, die eine bestmögliche Blutzuckerkontrolle gewährleisten und dabei dem Patienten gleichzeitig den Umgang mit seiner Krankheit erleichtern.

Dass die Therapie mit Insulin der entscheidende Eckpfeiler einer optimalen Blutzuckereinstellung des Typ 2 Diabetikers ist, daran ließen die Experten in Budapest keinen Zweifel. „Doch leider sieht die Praxis immer noch ganz anders aus“, gab Dr. Mary Korytkowski aus Pittsburgh (USA) zu bedenken. „Obwohl der therapeutische Nutzen in einer Vielzahl von Studien eindeutig nachgewiesen ist, besteht sowohl auf Seiten der Ärzte als auch der Patienten immer noch eine ausgeprägte Anti-Haltung gegenüber einer frühzeitigen Insulinisierung“ mit weitreichenden Konsequenzen für eine erfolgreiche Blutzuckerkontrolle und damit auch für das Auftreten Diabetesbedingter Folgeerkrankungen. Diese sogenannte „psychologische Insulinresistenz“ äußert sich unter anderem in einer ausgeprägten Angst vor täglichen Insulininjektionen, vor Gewichtszunahme sowie vor Hypoglykämien, wie Korytkowski anhand der Daten der DAWN-Studie (Diabetes Attitudes Wishes and Needs) anschaulich darstellte.(2) „Für die erforderliche Therapietreue ist es gerade in der Anfangsphase der Insulintherapie entscheidend, welche Akzeptanz das Injektionsgerät findet und ob es einfach zu handhaben ist“, erklärt Korytkowski. Aktuelle Studienergebnisse haben jetzt gezeigt, dass innovative Injektionsgeräte wie der Fertigpen FlexPenÒ von Novo Nordisk einen besonders leichten und unkomplizierten Einstieg in die Insulintherapie ermöglichen, die Patienten - Compliance fördern und dadurch nicht zuletzt eine gute Stoffwechseleinstellung ermöglichen.(3)

Konventionelle Insulintherapie so physiologisch wie möglich
Auch neue Insulinpräparate wie das biphasische Insulinanalogon NovoMix® 30 - seit April 2002 bereits im FlexPen® 3 ml erhältlich - tragen dazu bei, Vorbehalte gegenüber einer frühzeitigen Insulintherapie des Typ 2 Diabetes aufzugeben. Warum das so ist, erklärte Simon Heller aus Sheffield (Großbritannien): „Hypoglykämien sind immer noch die meist gefürchteten Komplikationen einer Insulintherapie und der Grund, warum viele Patienten nur schwer eine normoglykämische Einstellung erreichen.“    NovoMix® 30 verbindet die Vorteile einer schnellen Komponente (30% Insulin Aspart) mit denen einer verzögert wirksamen (70% protamingebundenes Insulin Aspart) und sorgt somit für ein insgesamt physiologischeres Wirkprofil. Aufgrund einer verbesserten Wirkkinetik - rascherer Wirkeintritt und kürzere Wirkdauer - reduziert NovoMix® 30 das Hypoglykämierisiko gegenüber biphasischem Humaninsulin signifikant, wie Heller anhand aktueller Studienergebnisse darlegte. NovoMix® 30 kappt die post-prandialen Blutzuckerspitzen effektiv und wirkt somit dem akuten Insulinmangel nach den Mahlzeiten entgegen.(4)

Orale Antidiabetika frühzeitig mit Insulin kombinieren
Für eine frühzeitige Insulineinstellung bei Typ 2 Diabetikern plädierte auch Michel Marre aus Paris (Frankreich). „Es gibt zwar eine große Bandbreite oraler Antidiabetika, aber deren Wirksamkeit hängt allein von der Funktion der Betazellen ab“, so Marre. „Bei fortschreitendem Krankheitsverlauf mit dauerhafter Dysfunktion der Betazellen ist eine Insulintherapie auf lange Sicht unvermeidbar.“ Eine rechtzeitige Kombination von NovoMix® 30 mit einem oder mehreren oralen Antidiabetika könne dagegen den Betazellverlust zumindest teilweise verhindern und führe außerdem zu einer insgesamt verbesserten Blutzuckerkontrolle. So haben aktuelle klinische Daten gezeigt, dass sich bei Patienten, die bislang Glibenclamid in Monotherapie eingenommen hatten, die durchschnittlichen Blutzuckerspiegel durch die zusätzliche Injektion von NovoMix® 30 um 51 mg/dl reduzierten. Bei zusätzlicher Gabe eines weiteren oralen Antidiabetikums in Form von Metformin waren es dagegen nur 26 mg/dl.(5)   Gleichzeitig könne durch eine Kombination von Insulin und oralen Antidiabetika der Übergang von einer oralen Monotherapie auf eine Insulinmonotherapie erleichtert werden, so Marre.

Insulin Detemir: Aktuelle Daten belegen klinische Vorteile gegenüber NPH-Insulin
Nicht nur die kurz wirksamen und biphasischen Insulinanaloga waren Thema in Budapest. Auch das neue lang wirksame Analogon Detemir stand ganz oben auf der Agenda der Diabetes-Experten. Wie Prof. Thomas Pieber aus Graz (Österreich) anhand aktueller klinischer Daten bei Typ 1 Diabetes darstellte, senkt bereits eine einmalige subkutane Injektion von 0,4 U/kg Insulin Detemir den Blutzuckerspiegel über insgesamt 20 Stunden. NPH-Insulin (0,3 IU/kg) zeigt dagegen einen ausgeprägten Peak nach 6-8 Stunden, gefolgt von einem deutlichen Abfall des Wirkprofils. „Damit verfügt Insulin Detemir über ein glatteres und konstanteres Wirkprofil als NPH-Insulin und verspricht somit eine verbesserte Blutzuckerkontrolle bei nur einmal täglicher Injektion“, kommentierte Pieber die aktuellen Studienergebnisse.(6)   Vorgestellt wurden außerdem drei klinische Studien mit insgesamt mehr als 1300 Teilnehmern, die ebenfalls die Überlegenheit von Insulin Detemir gegenüber traditionellem NPH-Insulin belegen. Alle drei Studien haben gezeigt, dass bei einem vergleichbaren HbA1c-Wert Insulin Detemir gegenüber NPH-Insulin zu einer signifikanten Gewichtsabnahme sowie einem reduzierten Risiko nächtlicher Hypoglykämien führte.(7, 8, 9) Das neue lang wirksame Insulinanalogon Detemir von Novo Nordisk wird voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2004 auf den Markt kommen.

Therapien der Zukunft: Inhalierbares Insulin und GLP-1 Hormon
AERx ®Neben gegenwärtigen und zukunftsnahen Therapiemaßnahmen für Typ 1 und Typ 2 Diabetes wurden auch solche Innovationen diskutiert, die erst in einigen Jahren anwendungsreif sein werden, deren derzeitiger Forschungstand jedoch äußerst vielsprechend ist. So wurden unter anderem in Budapest erstmals klinische Daten vorgestellt, die belegen: AERx®, das erste elektronische inhalative Insulinsystem von Novo Nordisk und seinem Partnerunternehmen Aradigm Corporation, ermöglicht bei der mahlzeitenbezogenen Inhalation eine genauso gute Glukoseeinstellung wie eine intensivierte Insulintherapie mit täglichen Mehrfach-Injektionen eines schnell wirkenden Insulins.(10)   Aufgrund dieser positiven und ermutigenden Ergebnisse bei Typ 2 Diabetes wurde Anfang September die Phase III der klinischen Studien gestartet. Welche antidiabetischen Wirkungen das intestinale Hormon „Glukagon-Like-Peptide-1“ (GLP-1) hat, zeigte Prof. Michael Nauck aus Bad Lauterberg anhand zukunftsweisender klinischer Daten zu NN2211, einem Derivat des nativen GLP-1. Diese legen den Schluss nahe, dass mit NN2211 künftig das Fortschreiten eines Typ 2 Diabetes verlangsamt werden kann. Entscheidend sei hierbei vor allem die Fähigkeit von GLP-1, Gewicht zu reduzieren, die Bildung und den Erhalt von Betazellen zu fördern, ohne dabei Hypoglykämien zu verursachen.(11)


B.N., Sept.2002

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