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Testbericht zum Accu Chek Compakt

 

Technische Daten: Länge: 103 mm
  Breite: 52 mm
  Höhe: 31 mm
  Gewicht mit Batterien und Teststreifentrommel: 120g
  Messbereich: 10 - 600 mg/dl (0,6 - 33,3 mmol/l)
  Temperaturbereich: +10 - +40 Grad Celsius
  Probenvolumen: 3,5 Mikroliter
  Messdauer: 15 Sekunden
  Messverfahren: Reflexionsphotometrisch
  Stromversorgung: 2 handelsübliche Mikrozellen
  Batterieleistung: mindestens 500 Messungen

Nach dem Glucometer DEX 2 der Bayer Vital GmbH, kommt nun auch die Firma Roche Diagnostics mit einem Magazin-Gerät auf den Markt. Anders als beim DEX ist der Streifenvorrat hier jedoch in einer kleinen Trommel untergebracht, die etwas an einen Kleinbildfilm erinnert. Während eine Scheibe (Disc) beim DEX 10 Streifen enthält, werden in einer Trommel des Accu-Chek Compact jedoch 17 Streifen untergebracht. Auch ist der Streifenvorschub nicht von Hand zu erledigen, sondern wird motorisch vom Gerät übernommen.

Das Gerät wird in einem Set geliefert, zu dessen Umfang eine Aufbewahrungstasche aus Kunstleder gehört, in der man das Gerät, eine Stechhilfe Accu-Check Softclix und eine Transportdose für eine Reservetrommel vorfindet. Zusätzlich enthalten ist noch ein an das Gerät ansteckbarer Gürtelclip, der dann auch die Stechhilfe aufnehmen kann. (Wenn man ein kleines Kunststoffplättchen an diesem Gürtelclip entfernt ist es sogar möglich, die Stechhilfe zu benutzen ohne sie aus der Halterung zu nehmen.
Allerdings macht dieser Gürtelclip keinen soliden Eindruck. Ich würde ihn jedenfalls nicht am Gürtel tragen, da das Gerät unter Umständen herausfallen könnte. Trägt man es am Gürtel, wird die Stechhilfe vermutlich das erste sein, was man verliert, denn deren Halterung ist definitiv zu locker für diese Transportmethode. Benutzt man das Gerät allerdings stationär in der Wohnung wird man diese Halterung schon bald zu schätzen wissen. Denn auf diese Art sind Gerät und Stechhilfe immer schön beieinander.

Wer zudem - so wie ich - keine Zellstofftupfer benutzt, hat also sein gesamtes Meßequipment bequem und handlich griffbereit. Das Gerät ist in einem dunklen Blauton gehalten und daher auch schön unauffällig. Auch die Fummelei, einen Streifen aus einer viel zu kleinen Dose herauszubekommen, hat somit ein Ende.

Dieser erste Eindruck wird von dem Gerät selber abgerundet, das gut in der Hand liegt und nicht zu klobig ist. In Form, Größe und Aussehen kann man es leicht mit einem Handy verwechseln. Insbesondere deshalb, weil das gut ablesbare Display (auf dem Datum, Uhrzeit und BZ-Wert dargestellt werden) mit einer Kunststoffklappe verdeckt werden kann. (Die Befestigung dieser Klappe ist allerdings auch nicht sehr solide und wird längere Belastungsproben schwerlich überstehen)

Überzeugen kann das Gerät allerdings durch seinen sehr einfachen Wechsel der Teststreifentrommel. Hierzu wird die Unterseite mit einem Schieber entriegelt, man läßt die alte Trommel rausfallen und setzt die neue ein. Einfacher als ein Filmwechsel bei einer Kleinbildkamera!
Eine Codierung auf die neue Teststreifencharge wird vom Gerät, mittels ablesen eines Barcode auf der Streifentrommel, ohne Zutun des Benutzers automatisch vorgenommen. Und ähnlich wie bei einer Kamera ist nicht nur das Format der Trommel und das Surren des Motors, wenn eine neue Trommel eingelegt oder ein Teststreifen vorgeschoben wird, sondern auch das kleine Fenster an der Unterseite, an der man ablesen kann, wieviele Streifen in der Trommel noch enthalten sind.

Vor der ersten Benutzung sind lediglich einmalig Datum und Uhrzeit einzustellen (Uhrzeit wahlweise im 12- oder 24-Stunden-Format) und die Signaltöne des Gerätes ein- oder auszuschalten, und dann kann es losgehen. (Die Wahl der BZ-Anzeige in mg/dl oder mmol muß der Benutzer aber schon beim Kauf des Gerätes festlegen; im Gerät selber läßt sich das später nicht ändern) Bedient wird das Gerät sehr einfach über drei Tasten: eine für die Geräteeinstellung, eine für die Memofunktion, mit der man den 100 Werte mit Datum und Uhrzeit umfassenden Meßspeicher abrufen kann, und einer Ein/Ausschalttaste. Mir persönlich gefällt diese Anordnung sehr gut, weil sie es dem Benutzer erspart, sich durch kryptische Menüs zu hangeln, um an die benötigte Funktion zu kommen. Überhaupt läßt sich das Accu-Chek Compact sehr einfach und intuitiv bedienen.

Der Meßwertspeicher: Wird über die Memo-Taste aufgerufen. Das Gerät schaltet sich dann ein ohne einen Streifen auszufahren. Mit den Tasten "Memo" und "Set" kann man sich dann im Speicher vor- und zurückbewegen. (Viele Geräte bieten nur ein Zurückblättern an!) Drückt man beide Tasten gleichzeitig, wird der Mittelwert der letzten 7 Tage angezeigt, allerdings ohne zu verraten, aus wieviel Werten der ermittelt wurde. Ein weiterer Druck auf die Tasten zeigt dann den tiefsten, bzw. den höchsten gemessenen Wert der letzten 7 Tage an. Die auf der Herstellerseite angesprochene Erinnerungsfunktion für Messungen wurde im endgültigen Gerät allerdings scheinbar nicht umgesetzt. Zumindest schweigt sich das Handbuch hierzu aus.

Die Datenübertragung zum PC mittels der "innovativen Infrarotschnittstelle" konnte ich leider nicht testen, da mein PC nicht über einen ebenso "innovativen" Infrarot-Empfänger verfügt. Damit geht auch beim Accu-Chek Compact das alljährlich aufgeführte Drama "wie bekomme ich meinen Speicherinhalt in den PC" in eine neue Inszenierung. Wohl dem, der flink auf der Tastatur ist!
Nun zur Messung selber :
Auch hier wurde Wert auf Benutzungsfreundlichkeit gelegt: Gerät einschalten, Streifen fährt in 5 Sekunden aus, Gerät signalisiert nach weiteren 2 Sekunden Messbereitschaft (In der Zeit kann man bequem die Blutprobe gewinnen), Messung durchführen, Gerät ausschalten, benutzter Streifen wird automatisch ausgeworfen (wenn man das Gerät senkrecht hält), fertig. (Während der Messung blinken einige Segmente in der LCD-Anzeige und verschwinden nach und nach, bis die Messung nach etwa 15 Sekunden (je nachdem, wie hoch der BZ ist) abgeschlossen ist)

Eine Unterdosierung an Blut wird vom Gerät mittels Fehlermeldung quittiert, es muß dann mit einem neuen Streifen wiederholt werden. Allerdings wartet das Gerät recht lange, bis es eine solche Meldung aufgibt. Man muß also nicht hektisch werden, wenn der Blutstropfen nicht auf Anhieb groß genug ist.

Ein, meiner Meinung nach, sehr großes Manko ist allerdings, daß man optisch nicht kontrollieren kann, wie und ob sich die Kapillare des Teststreifens mit Blut füllt. Hier ist man auf Glück und "Rate mal mit Rosenthal" angewiesen, ob das Gerät eine Fehlermeldung ausgibt oder durch Signalton den Beginn der Messung anzeigt. Wäre die Folie der Teststreifen durchsichtig, wäre dieses Manko aus der Welt...
Die Teststreifen selber werden in Dosen zu je 3 Trommeln geliefert. Ausserhalb dieser Dosen sind die Trommeln 90+4 Tage gebrauchsfähig. Die 4 Tage rühren daher, weil die Trommeln in der eingangs erwähnten Transportdose maximal 4 Tage aufbewahrt werden dürfen. Nach 4 Tagen müssen sie spätestens in das Gerät eingesetzt werden, da diese Transportdose kein Trockenmittel wie die "Lieferdosen" enthält. Ist die Trommel in das Gerät eingesetzt, muß sie in maximal 90 Tagen aufgebraucht werden. Diese Frist wird vom Gerät überwacht. Die Streifen können auch nach Ablauf der 90 Tage noch verwendet werden, jedoch besteht dann keine Gewähr mehr für eine korrekte Anzeige.

Fazit: mein persönlicher Favorit bleibt das One Touch Ultra von Lifescan: 5 Sekunden Messdauer, 1 Mikroliter Probevolumen. (Auch wenn das "Nachlegen" von Blut beim Accu-Chek Compact deutlich besser geregelt ist) Als Zweitgerät mag ich das Accu-Chek Compact aber sehr gerne nutzen, weil es kompakt alle benötigten Utensilien zur BZ-Messung bereithält und zudem schön unauffällig zu lagern ist.
Auf einer Skala von 1-10 würde ich 7-8 Punkte verleihen. Wenn das Manko mit den "undurchsichtigen" Teststreifen gelöst ist eine deutliche 8.

Joerg Moeller , im März 2002


Der Hersteller, die Firma Roche Diagnostics , hält auf dieser Seite eine Flash-Animation bereit.
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