
Warum ist Selbstkontrolle sinnvoll?
Auf der Grundlage einer übersichtlich dokumentierten Selbstkontrolle können Patient und Arzt entscheiden, ob und in welchem Ausmaß eine Therapie verändert werden muß (Therapieanpassung).
Dadurch lassen sich akute Stoffwechselentgleisungen, sowohl nach oben (Hyperglykämie, Ketoazidose) als auch nach unten (Hypoglykämie), frühzeitig erkennen und vermeiden.
Die über längere Zeiträume dokumentierten Werte erleichtern die Kooperation mit dem Arzt und lassen bisherigen Erfahrungen mit Korrekturversuchen in "Krisenzeiten" nicht verlorengehen. Auch aus Mißerfolgen kann man lernen!
Wenn Tabletten- oder Insulindosis ohne Selbstkontrolle beibehalten oder verändern werden, handelt der Diabetiker wie "ein Seefahrer ohne Kompaß, der seine Orientierung verloren hat".
Nur durch Selbstkontrolle und Therapieanpassung können Folgeschäden durch den Diabetes verhindern oder zumindest hinausgezögert werden.
Selbstkontrolle schafft:
Folgende Kontrollen können selbst durchführt werden:
Durch eine Blutzuckermessung mit dem Teststreifen erhält man eine ungefähre Aussage über den aktuellen Blutzucker.
Für Typ-I-Diabetiker ist die Blutzuckermessung unerläßlich, da sie ihren Spritz-E13-Abstand und die Insulindosis den aktuellen Blutzuckerwerten anpassen müssen.
Auch Typ-II-Diabetiker, deren Nierenschwelle sehr hoch ist, sollten den Blutzucker messen, weil sie auch bei sehr hohen Blutzuckerwerten noch keinen Harnzucker haben.
In folgenden Situationen ist eine Blutzuckermessung angebracht:
Die Stoffwechselselbstkontrolle ist ein fester Bestandteil der Diabetesbehandlung. Die Kosten für das benötigte Testmaterial werden von den Krankenkassen übernommen, sie gehören zur sogenannten Leistungspflicht. In der Schulung erlernt man vor allem die visuelle Meßmethode, bei der der aktuelle Blutzucker durch Farbvergleich mit den Farbfeldern auf der Teststreifendose ermittelt wird.
Dieses Verfahren führt - sorgfältige Durchführung vorausgesetzt - in den meisten Fällen zu ausreichend genauen Werten. Entgegen den Erwartungen, die in die Genauigkeit der Technik gesetzt werden, liefern die elektronischen Testgeräte durch die Meßmethode bedingt, keine genaueren Werte. So beträgt die Meßgenauigkeit der meisten Geräte höchstens +/- 20%, d.h. wenn die Skala z.B. 140mg/dl anzeigt, kann der ,,wahre" Wert zwischen 120mg/dl und 160 mg/dl liegen. So genau aber können die meisten Patienten auch visuell ablesen.
Bei folgenden Patientengruppen ist die Messung mit einem elektronischen Blutzuckermeßgerät dennoch sinnvoll:
In diesen Fällen erklären sich die jeweiligen Krankenkassen oft zur Kostenübernahme bereit, wenn der Arzt die Notwendigkeit eines Testgerätes zuvor bescheinigt hat.
Es gibt heute eine große Zahl verschiedener Meßgeräte, die jedoch alle eine der beiden folgenden Meßverfahren anwenden:
Die zuletzt genannten Testgeräte haben daher eine kürzere Meßzeit von 20 Sekunden bis 40 Sekunden.
Seit Anfang der 90er Jahre Boehringer Mannheim das Accutrend auf den Markt brachte messen Reflektionsfotometer auch in 20sec. Im Sommer 1993 wurde ein noch schnellerer Accutrend-Teststreifen auf den Markt gebracht der bis heute die schnellste Blutzuckermessung in 12sec möglich macht.
Inzwischen wurde die Boehringer-Produktpalette, der Meßgeräte die den schnellen Accutrend-Teststreifen aufnehmen, um
Vor allem aufgrund der, durch die kürzeren Meßzeiten ,,bequemeren" Selbstkontrolle entscheiden sich viele Patienten für die Anschaffung eines Testgerätes.
Eine bequeme Handhabung ist beim aufgeklärten Patienten Hauptentscheidungspunkt Nummer 1 .
Um das Testergebnis der Harnzuckerselbstkontrolle richtig zu deuten, muß man die Höhe seiner Nierenschwelle kennen. Diese Selbstkontrolle ist technisch einfach durchzuführen, kostengünstig und schmerzlos.
Während der Blutzucker eine Momentaufnahme des Stoffwechselgeschehens darstellt, kann der Harnzucker nur einen Überblick über die Zeit seit der letzten Blasenentleerung geben.
Für Typ-II-Diabetiker, die nur mit Diät oder mit Diät und Tabletten behandelt werden, ist nach Absprache mit dem Arzt die Harnzuckerkontrolle häufig ausreichend, eine normale Nierenschwelle vorausgesetzt.
Aceton entsteht immer dann, wenn statt Kohlenhydraten Fettreserven zur Energiegewinnung verwendet werden müssen. Aceton kann im Harn mittels spezieller Teststreifen (z. B. Ketur-Test®) nachgewiesen werden.
Ketonkörper (der wichtigste ist das Aceton) können nachgewiesen werden bei:
Acetonkontrolle ist wichtig bei fraglicher Entgleisung und bei morgendlichen Kopfschmerzen, falls man eine unbemerkte nächtliche Unterzuckerung vermutet.
Weitere interessante Informationen auf diabeticus:
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© 1996 by Stefan Gran, mit freundlicher Unterstützung von Bernhard Neikes