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Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Wie bemerke ich eine Unterzuckerung?

Unterzuckerungen ist eine ernste, aber relativ seltene Komplikation bei der Behandlung von Typ 2-Patienten. Bei Typ 1-Patienten tritt eine Unterzuckerung hingegen häufiger auf. Jeder Diabetiker sollte die Warnsymptome der Unterzuckerung und auch die richtigen Maßnahmen zur Bekämpfung von Unterzuckerungszuständen wissen. Jeder Patient, der einmal eine schwere Unterzuckerung durchlebt hat, hat in der Zukunft große Angst vor solchen Situationen und muß deshalb entsprechend geschult werden, Hypoglykämien zu verhindern bzw. sie richtig zu bekämpfen.

Grundsätzlich wird als Unterzucker (=Hypoglykämie) jeder Blutzucker unter 50 mg/dl (auch ohne Symptome) bezeichnet.

Wir unterscheiden leichte Unterzuckerungen sowie mittelschwere bis schwere Unterzuckerungen.

Merke: Bei Verdacht auf Unterzuckerung sollte immer eine Blutzuckerkontrolle durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Wichtige Warnsignale

bei leichten Unterzuckerungen

  1. Schweißausbruch
  2. Heißhunger
  3. Herzklopfen
  4. Kribbeln um den Mund
  5. Konzentrationsschwäche
  6. allgemeine Schwäche

Merke:Nicht alle Symptome treten gleichzeitig auf. Manche Patienten merken oft nur einen schnellen Herzschlag oder Schwitzen.

bei mittelschweren Unterzuckerungen

  1. Zittern am ganzen Körper
  2. Sehstörungen

Schwere Unterzuckerungen

können bis zur Bewußtlosigkeit führen.

Merke: Unterzuckerungssymptome treten nicht nur bei Blutzuckerwerten unter 50 mg/dl auf, sondern können auch schon bei höheren Blutzuckerkonzentrationen auftreten, insbesondere dann, wenn über einen längeren Zeitraum höhere Blutzuckerwerte bestanden haben und dann plötzlich über einen geringen Zeitraum ein spontaner Blutzuckerabfall stattfindet.

Was sind die Ursachen für eine Unterzuckerung

  1. zu wenig Kohlenhydrate gegessen
  2. versehentlich zuviele blutzuckersenkende Tabletten / Insulin genommen
  3. übermäßige körperliche Belastung ohne entsprechende diabetesgerechte Maßnahmen, d.h. mehr Glukosezuführung
  4. übermäßiger Alkoholgenuß
  5. akute Erkrankung, wie Erbrechen oder Durchfall

Maßnahmen zur Behandlung von Unterzuckerungen

Sofort zuckerhaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen, z.B. Traubenzucker, Obst, gezuckerte Fruchtsäfte usw.

Körperliche Aktivitäten sofort einstellen.

Merke: Eine Unterzuckerung tritt immer akut und plötzlich auf. Es müssen sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Bei massiven Unterzuckerungssymptomen ist es sinnvoll, zunächst Kohlenhydrate zuzuführen und dann erst zu messen. Der Meßvorgang kann manchmal zu lange dauern, so daß sich die Hypoglykämie weiter vertieft, so daß man als Patient nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu helfen.

Merke: Es droht Bewußtlosigkeit!

Da Unterzuckerungen insbesondere bei DM Typ 2 häufig nachts auftreten, sollte Traubenzucker und/oder ein gezuckertes Fruchtsaftgetränk, z.B. Apfelsaft, auf dem Nachttisch stehen.

Merke: Sie haben keine Zeit mehr, in die Küche zu gehen. Es droht die Gefahr der Bewußtlosigkeit auf dem Weg dorthin.

Häufig werden nächtliche Unterzuckerungen verschlafen. Man wacht müde, abgespannt und unausgeschlafen auf. Dies könnte ein Hinweis auf eine nächtliche Unterzuckerung sein. Die morgendlichen Blutzuckerwerte sind dann meist hoch. In diesem Fall bitte Kontakt zum Hausarzt oder Diabetes-Team aufnehmen.


Übernommen von Elke Tyc