
Die Gesundheit und damit die Leistungsfähigkeit eines Menschen wird von seiner Ernährung beeinflußt. Die angepaßte Ernährung an eine Erkrankung, z.B. bei Diabetes, ist eine unentbehrliche Grundlage jeder Diabetes-Behandlung.
Beim DM Typ II ist das Übergewicht eine der wichtigsten Folgen der schlechten Stoffwechseleinstellung.
Merke: Übergewicht beim Diabetes verschlimmert den Diabetes.
Merke: Bereits das Abnehmen von wenigen Kilogramm führt oft zu einer deutlichen Verbesserung der Blutzuckereinstellung.
| Abwechslungsreich - aber nicht zu viel | Abwechslungsreiches Essen schmeckt und ist normalerweise vollwertig.
Sie sollten möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel in Ihren täglichen Speiseplan aufnehmen, jedoch kaloriengerecht nur so viel, daß Sie nicht zunehmen, aber auch nicht abnehmen. |
|---|---|
| Möglichst wenig Fett sowie fettreiche Lebensmittel | Fett macht dick. Achten Sie bitte nicht nur auf sichtbares Fett, sondern auch insbesondere auf die unsichtbaren Fette, z.B. in Fleisch, Käse, Sahne, Nüssen, Kuchen, Schokolade. |
| Gut gewürzt, aber nicht salzig | Würze verbessert den Geschmack von vielen Speisen. Meiden Sie Salz, da es zur Entstehung von Bluthochdruck beitragen kann. Bevorzugen Sie deshalb Kräuter und Gewürze. |
| Süßes in Grenzen | Sie wissen, Zucker erhöht den Blutzucker. Benutzen Sie möglichst Zuckeraustauschstoff bzw. Zuckerersatzstoffe. |
| Bevorzugen Sie Vollkornprodukte | Vollkornprodukte liefern wichtige Nährstoffe und Ballststoffe. Möglichst selten Wießbrot und Brötchen aus Weißmehl. Besser täglich Vollkornbrot und häufig Getreidegerichte. |
| Reichlich Gemüse | Diese Lebensmittel gehören zum Mittelpunkt Ihrer Ernährung. Denken Sie daran, daß gerade Hülsenfrüchte viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe enthalten. |
| Möglichst wenig tierisches Eiweiß | Pflanzliches Eiweiß ist so wichtig wie tierisches Eiweiß. Pflanzliches Eiweiß in Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Getreide ist günstig für eine vollwertige Ernährung. |
| Trinken Sie mit Verstand | Ihr Körper braucht Flüssigkeit, jedoch keinen Alkohol. Jeder gesunde Mensch benötigt 1,5 bis 2,5 l Flüssigkeit pro Tag. Deshalb löschen Sie Ihren Durst mit Wasser bzw. Mineralwasser, Gemüsesäften oder ungesüßten Früchtetees. Größere Mengen Alkohol schaden sowohl der Leber als auch Ihrer Figur. Trinken Sie alkoholische Getränke deshalb allenfalls zum gelegentlichen Genuß, aber nicht zum alltäglichen Durstlöschen. |
| Möglichst viele kleine Mahlzeiten | Kleine Mahlzeiten belasten nicht, lassen den Blutzucker nicht zu rasch
ansteigen. Statt der üblichen 3 Hauptmahlzeiten sollten besser 5 kleinere Mahlzeiten eingenommen werden. |
Merke: Weniger Kalorien essen, mehr bewegen.
Eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes mellitus Typ II kann ohne die richtige Ernährung nicht erreicht werden.
Merke: Gewichtsnormalisierung ist die erste und wichtigste Behandlungsmaßnahme in der Erkrankung des DM Typ II.
Die Diabetikerkost unterscheidet sich nicht von der normalen Mischkost eines Nichtdiabetikers. Unsere Nahrung in Westeuropa besteht meist aus folgenden Bestandteilen:
| 50 - 55 % Kohlenhydrate | Vorzuziehen sind ballaststoffreiche Kohlenhydrate wie z.B. Vollkornbrot,
Kartoffeln, frisches Gemüse und Rohkost, frisches Obst, entfettete Milch und
Michprodukte sowie Vollkornprodukte.
Merke: Ballaststoffe wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, da es sich hier um pflanzliche Faserstoffe handelt, die unverdauliche Bestandteile beinhalten. Hauptsächlich kommen Ballaststoffe in pflanzlichen Lebensmitteln vor, wie
z.B. Leinsamenbrot, Mehrkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln, Ganzkornmüsli,
Nüssen, Hülsenfrüchten, rohen Möhren, Knollensellerie,
Kohlarten, Sauerkraut, Äpfeln, Apfelsinen und Beerenfrüchten. Ungünstig:Ballaststoffarme Nahrungsmittel beinhalten Traubenzucker (Glucose), Haushaltszucker oder Honig. Z.B. Süßigkeiten, Süßspeisen, Kuchen, Kekse, Kompott mit Zuckerzusatz oder Zuckerersatzstoff. |
|---|---|
| 30 - 35 % Fett | Fette sind wie Kohlenhydrate wichtige Betriebsstoffe für den Körper.
Naben den sichtbaren Fetten, die wir alle kennen, gibt es jedoch auch eine Reihe von
Nahrungsmitteln mit versteckten Fetten. Diese Fette, die wir oft nicht so schnell
erkennen, sind meistens die Ursache dafür, daß wir zuviel Fett aufnehmen
und übergewichtig werden. Eine geringe Aufnahme gesättigter Fettsüäuren (weniger als 10 % der Gesamtenergieaufnahme) sollte unser Ziel sein. Der Anteil ein- und mehrfach gesättigter Fettsäuren kann mäßig erhöht werden, so daß die Gesamtfettmenge 30 bis 35 % der Gesamtenergie ausmacht. Gesättigte Fettsäuren und Cholesterin sind hauptsächlich in tierischen Fetten (z.B. Käse, Wurst und Butter) enthalten. Sie sind ein Risikofaktor für die Entstehung der Arteriosklerose. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren finden wir in pflanzlichen Ölen, Seefischen und Fischöl; ihre Aufnahme reduziert die Gefahr an arteriosklerotischen Krankheiten (z.B. Herzinfarkt) zu sterben. |
| 15 - 20 % Eiweiß | Die Eiweißaufnahme soll den Bedarf nicht überschreiten. Dies ist
üblicherweise höchstens 50 % der Gesamtenergie, die wir mit der Nahrung
zuführen. Eiweiß finden wir in folgenden Nahrungsmitteln: Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Käse und Milchprodukte. Sie enthalten alle für den Körper lebensnotwendigen Eiweißbestandteile. Tierisches Eiweiß ist für den Körper wertvoller als pflanzliches. Häufig befindet sich jedoch in der eiweißhaltigen Kost verstärkt Fett, so daß es bei großer Mengenzuführung zu einer Körpergewichtserhöhung führt. |
| Vitamine, Mineralstoffe und Spurenenlemente | Während die wasserlöslichen Vitamine (B1, B2, B6, B12 und C) bei
überschüssiger Zufuhr wieder ausgeschieden werden, sollte ein
Überschuß an fettlöslichen Vitaminen (E, D, K, A) vermieden
werden.
Im Allgemeinen gilt: Eine Schwangerschaft, bestimmte Erkrankungen oder aber auch bestimmte Arzneimittel können diesen Bedarf erhöhen. Fragen Sie in diesen Fällen Ihren Arzt. |
Jeder Mensch benötigt durchschnittlich pro Tag zwischen 1,5 und 2,5 l Flüssigkeit. Ungefähr die Hälfte soll der Diabetiker vor allem mit Mineralwasser, tee, Kaffee und ungesüßten oder mit Süßstoff gesüßten Getränken zu sich nehmen.
Grundsätzlich ist Alkohol nicht verboten. Aber das richtige Maß zu finden, ist besonders wichtig. Denken Sie daran!
Auf 1 g Alkohol entfallen fast so viele Kalorien wie auf 1 g Fett (1 g Alkohol = 7 kcal = 29 kJ). Der Diabetiker sollte nur ausgegorene, trockene Weine trinken. Wenn Sie Bier trinken, dann nur Diätbier. Aber Vorsicht! Der Alkoholgehalt der meisten Diätbiersorten ist höher als der von normalem Bier. Auch ein Gläschen Schnaps ist ausnahmsweise gestattet.
Bei jedem übergewichtigen DM Typ II ist das primäre Behandlungsziel die Gewichtsreduktion. Wir alle wissen, wie schwer wir uns tun, abzunehmen und dies auch noch beizubehalten. Deshalb sollten die Ziele zunächst nicht so hoch gesteckt werden, sondern langfristig geplant werden, um nicht frühzeitig wieder zu resignieren. Entscheidend ist es, weniger Kalorien aufzunehmen und gleichzeitig mehr Kalorien abzugeben, z.B. durch körperliche Aktivitäten, jeder nach seinen Möglichkeiten.
Überflüssige Kalorien, z.B. durch gesüßte Speisen wie Kuchen, Fruchtsäfte oder andere gesüßte Getränke (Cola), sind unbedingt zu meiden. Vorzuziehen sind ballaststoffreiche und dadurch eher sättigende Nahrungsmittel.
Merke: 1 kg Fett enthält rund 7.000 kcal. Um 1 kg Fett wieder abzubauen, müssen beim Essen ca. 7.000 kcal eingespart werden.
Wenn Sie beispielsweise täglich nicht 2.500 kcal sondern nur 2.000 kcal mit der Nahrung zuführen, können Sie durch diesen Unterschied von ca. 500 kcal pro Tag in 14 Tagen etwa 1 kg abnehmen. Würden Sie in dem gleichen Zeitraum durch zunehmende körperliche Aktivität noch mehr Kalorien abgeben, können Sie jedoch noch schneller eine Gewichtsreduktion erzielen.
Merke: Durch richtige Auswahl der Nahrungsmittel, durch entsprechende Zubereitung und durch zusätzliche körperliche Aktivität ist es möglich, langfristig das Körpergewicht zu reduzieren bei gleichzeitiger Erhaltung der Lebensqualität.
Jeder muß für sich individuell entscheiden, mit welchen Maßnahmen er die Gewichtsreduktion erreicht bzw. das reduzierte Gewicht beibehält.
Setzen Sie Ihre Ziele nicht zu hoch.
Bemühen Sie sich um
einen Langzeiterfolg.
Fazit: Kontrollieren Sie täglich Ihr Gewicht!
aus: "Ratgeber für Patienten, die nicht
Insulin spritzen" der Firma LIPHA Arzneimittel GmbH
Fassung für das WWW von Elke Tyc