
diabeticus unterstützt die Stiftung Kinderzukunft
DiabSite und diabeticus im Gespräch
mit Volker Volker Krempel
Wohin steuert der DDB?
Volker Volker Krempel, Jahrgang 1940, geboren und aufgewachsen
in Stuttgart, ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Die Ausbildung
zum Diplom-Kaufmann absolvierte er in Nürnberg, wo er mit seiner Familie noch
immer lebt. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB) ist
seit 27 Jahren Typ 1 Diabetiker. Als einfaches Mitglied begann seine Laufbahn
im DDB vor rund einem viertel Jahrhundert. Rund 20 Jahre lang leitete Volker
Krempel die DDB-Selbsthilfegruppe in Nürnberg. Er engagierte sich über 16 Jahre
im Vorstand des DDB-Landesverbands Bayern. Seit zehn Jahren im Vorruhestand, ist
Volker Volker Krempel nun schon über fünf Jahre "hauptberuflich" im DDB-Bundesvorstand
tätig. Als Stellvertretender Vorsitzender übernahm er nach dem Tod von Dr. Klaus
Fehrmann am 5. Oktober 2003 die Funktion des DDB-Bundesvorsitzenden.
DiabSite/diabeticus: Herr Volker Krempel, der DDB ist die größte
Patientenselbsthilfeorganisation für Diabetiker. Doch an der hohen Mitgliederzahl
liegt das offensichtlich nicht, denn die letzten DDB-Pressemitteilungen sprechen
von ca. 40.000 Mitgliedern bei rund 8 Millionen Diabetikern in
Deutschland. Das heißt, es sind gerade einmal 0,5% aller Diabetiker im DDB. Warum
lassen sich Diabetiker so schwer organisieren?
Volker Krempel: Wenn ich das wüsste, hätte ich längst angefangen, am
richtigen Hebel zu ziehen, aber so genau weiß ich das eben nicht. Ein Grund ist
sicherlich die Tatsache, dass der Diabetes - im Gegensatz zu AIDS oder Brustkrebs -
eine Erkrankung ist, der die Dramatik fehlt. Zudem sind viele Menschen mit Diabetes
in einem Alter, in dem andere, häufig schmerzhafte Erkrankungen eine größere Bedeutung
haben. Und schließlich ist es ohnehin oft schwer, ältere Menschen zu aktivieren
und zu motivieren. Vielleicht ist der DDB bei den Betroffenen auch noch zu unbekannt.
Wenn jemand eine Idee hat, wie wir mehr Diabetiker ansprechen können, dann kann
er sich damit gerne an den Deutschen
Diabetiker Bund wenden!
DiabSite/diabeticus: Wie stehen die Ärzte zum DDB? Schicken
sie Menschen mit Diabetes in die Selbsthilfegruppen?
Volker Krempel: Wie Sie wissen, sprach man vor der Einführung der so
genannten Disease-Management-Programme (DMP) davon, dass etwa 80 Prozent
der Diabetiker unterversorgt sind. Und das heißt dann, dass rund 80 Prozent
aller behandelnden Ärzte zu wenig über den Diabetes wissen. Nageln Sie mich bitte
nicht auf die Zahlen fest, es geht um Tendenzen. Aber sicher ist, dass ein in
Sachen Diabetes unsicherer Arzt, selbst wenn er weiß, dass es den DDB mit immerhin
850 Selbsthilfegruppen gibt, seine Patienten nicht zu uns schicken wird.
Die Leute kommen ja "aufgehetzt" wieder zurück. Sie wollen am Ende regelmäßig
den Blutzucker selbst kontrollieren und vielleicht eine andere Diabetes-Therapie
in Anspruch nehmen. Das bringt den Arzt oft in Verlegenheit. Ohne diese These
anhand einer Marktstudie überprüfen zu können, halte ich das seit Jahren für eines
der Hauptprobleme.
DiabSite/diabeticus: Sie geben also unterschwellig der
Ärzteschaft die Schuld an der geringen Mitgliederzahl im DDB? Weisen die Ärzte
nicht genügend darauf hin, dass Diabetiker sich vorrangig selbst organisieren
sollten?
Volker Krempel: Ich würde es anders formulieren: Viele Ärzte haben die
Diabetiker in den vergangenen Jahren unzureichend therapiert und deshalb ihre
Patienten nicht auf den DDB aufmerksam gemacht, wo man Erfahrungen austauschen,
Neulinge in ihrer Therapieform bestärken kann und so weiter.
DiabSite/diabeticus: Welche Pläne und Ideen gibt es im
Bundesverband, um künftig mehr Diabetiker im DDB zu organisieren?
Volker Krempel: Zu diesem Zweck haben wir ein Strategiekonzept entwickelt,
konnten es aber bisher nicht komplett umsetzen. Wir haben zum Beispiel daran gedacht,
den VdK-Mitgliedern eine verbilligte Mitgliedschaft im DDB anzubieten. Der VdK (Verband
der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands Anm. d Red.)
hat allein in Bayern 480.000 Mitglieder. Aufgrund seiner großen Erfolge im
Sozialbereich ist uns bewusst geworden, dass der DDB hier noch Defizite hat. Es
reicht offensichtlich nicht aus, wenn wir ein, zwei Referenten haben, die dieses
Thema bundesweit besetzen. Daher planen wir jetzt, über die Deutsche Diabetiker
Akademie Sozialreferenten für die einzelnen Landesverbände auszubilden, die für
Grundsatzfragen und Probleme der Diabetiker zur Verfügung stehen. Aufgabe der
Deutschen Diabetiker Akademie ist es, fachlich qualifizierte Sozialreferenten
mit einem einheitlichen und aktuellen Wissensstand auszubilden.
DiabSite/diabeticus: Sie sprachen gerade den VdK an, der
vor allem Leute mit sich bringen würde, die jenseits der Pensionsgrenze sind.
Wie wollen Sie erreichen, dass sich auch jüngere Menschen mit Diabetes im DDB
organisieren?
Volker Krempel: Im VdK sind nicht nur über 80-Jährige organisiert, sondern
auch Frührentner und jüngere Menschen. Das ist eine Klientel, die weitgehend mit
der Altersstruktur der Diabetiker übereinstimmt, also mehrheitlich über 50 Jahre
alt ist.
DiabSite/diabeticus: Die Frage sei dennoch gestattet:
Wie will der DDB junge Menschen ansprechen? Gibt es diesbezüglich Konzepte oder
gar schon Aktivitäten, zumal der Diabetes immer früher erkannt wird und immer
häufiger auch junge Menschen betrifft?
Volker Krempel: In einzelnen Landesverbänden gibt es bereits entsprechende
Aktivitäten. Beispielsweise existieren allein in Bayern 22 Gruppen, die intensiv
mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern arbeiten. Diese Aktivitäten sind wichtig.
Für den diesjährigen Deutschen Diabetiker Tag in Kassel, am 18. September,
haben wir sogar ein eigenes Programm mit Workshops für Kinder und Jugendliche
entwickelt. Nur mit "Rentnergangs" kommen wir keineswegs weiter.
Wir brauchen junge Leute mit neuen Ideen. Aber wen bekommen wir? Wen können wir
für den DDB ansprechen? Viele junge Leute sind berufstätig, und das Ehrenamt ist
eine zeitraubende Tätigkeit. Die Jugendlichen haben ja auch andere Interessen
und Intentionen. Ich habe leider noch kein Patentrezept gefunden, um junge Diabetiker
für den DDB zu motivieren.
DiabSite/diabeticus: Herr Volker Krempel, der DDB ist föderalistisch
strukturiert. Die Vorsitzenden der Landesverbände können im Grunde genommen machen,
was sie wollen. Doch seit Monaten wird hinter verschlossenen Türen über eine Satzungsänderung
nachgedacht. Wollen sie eine zentralistische Struktur für den DDB?
Volker Krempel: Nein, die Zeit ist nicht reif, um an den grundsätzlichen
Strukturen zu rütteln. Wir müssten hierfür den DDB mit all seinen Aufgaben zentralisieren.
Das wäre ein großer Aufwand, in zeitlicher und finanzieller Hinsicht, den wir
derzeit nicht schultern können. Was wir aktuell tun: Wir binden die Vorsitzenden
der Landesverbände des DDB zunehmend in die Entscheidungsprozesse des Bundesverbands
ein. Dafür gibt es das Organ des Erweiterten Bundesvorstands, das sich aus den
Mitgliedern des DDB-Bundesvorstands und den Vorsitzenden der Landesverbände bzw.
deren Stellvertretern zusammensetzt. Im Erweiterten Bundesvorstand diskutieren
wir politische, das heißt vereins- und gesundheitspolitische, Aktionen und Vorgehensweisen.
Hier wird auch über die Zukunft des Deutschen Diabetiker Bundes gesprochen. Die
Vorsitzenden der Landesverbände sind in ihrem Naturell sehr unterschiedlich und
oft nur schwer unter einen Hut zu bringen. Das ist nun einmal so.
DiabSite/diabeticus: Wie soll eine Umstrukturierung dann
aussehen, damit der DDB schneller und flexibler arbeiten kann?
Volker Krempel: Eine Idee tendiert dahin, dass man in Zukunft nur noch
eine so genannte Bundesversammlung haben wird, in der die einzelnen Landesverbände
nicht über Delegierte vertreten sind, die in der Regel nicht in die aktuelle Politik
ihrer jeweiligen Verbände einbezogen sind, sondern über ihre gewählten Vorstände.
Damit könnten wir die gewählten Landesvorsitzenden stärker in die Arbeit des DDB-Bundesvorstandes
einbeziehen. Auch wenn die Basis, das heißt die Delegierten, das nicht so gerne
sehen, es ließe sich gewiss schneller und effektiver arbeiten.
Die Eckpunkte für eine derartige Umstrukturierung wurden bereits im letzten Herbst
auf einer Sitzung des Erweiterten Bundesvorstands in Oberhof diskutiert und festgelegt.
Eine Satzungskommission wird diese in eine Satzung umformulieren. Diese Umstrukturierung
steckt jedoch heute noch in den Kinderschuhen. Das Ziel heißt aber mit Sicherheit:
Eine stärkere Einbeziehung der Landesvorstände in die Arbeit des Bundesvorstandes.
Meiner Ansicht nach sollten die Landesvorstände automatisch, kraft ihres Amtes,
Mitglieder des Bundesvorstands sein. Das ist eine Gewissensfrage, die einer juristischen
Prüfung bedarf.
DiabSite/diabeticus: Hieße das im Umkehrschluss: Die Landesvorsitzenden
sind zu 100 Prozent an die Entscheidungen des DDB-Bundesverbands gebunden?
Werden dem Bundesvorstand dadurch mehr Rechte eingeräumt?
Volker Krempel: Natürlich hätte der Bundesvorstand dann einen direkteren
Zugriff auf die Landesverbände - und das ist einer der Knackpunkte. Aber
es kann ja nicht sein, dass die Vorsitzenden der Landesverbände nach gemeinsamer
Beschlussfassung in ihre Länder zurückkehren und etwas vollkommen Anderes machen,
als beschlossen wurde. Das ist für die Arbeit des DDB alles andere als förderlich.
Der Einfluss des Bundesvorstands auf die Landesverbände wäre im Grunde genommen
auch eher indirekt, weil die Landesvorsitzenden ja zuvor in den Entscheidungsprozess
involviert wären.
DiabSite/diabeticus: Könnte der DDB mit einer zentralistischen
Struktur, zum Beispiel einer zentralen Mitgliederverwaltung, nicht viel effizienter
arbeiten als heute, wo die Verwaltung den einzelnen Landesverbänden obliegt?
Volker Krempel: Natürlich. Aber an einer umfassenden Zentralisierung
mit einer zentralen Mitgliederververwaltung arbeite ich nicht. Dafür ist meine
verbleibende Amtszeit viel zu kurz. Das müsste man langfristig angehen. Die Landesverbände
sind derzeit auch nicht bereit, auf ihre Beitragsautonomie zu verzichten. Was
wir nämlich dringend bräuchten, ist ein einheitlicher Beitragssatz in allen Ländern.
DiabSite/diabeticus: In einigen DDB-Landesverbänden beinhaltet
der Mitgliedsbeitrag den Bezug der Zeitschrift "subkutan", in anderen den des
"Diabetes-Journals". Warum gibt es keine Vereinszeitung für alle DDB-Mitglieder?
Volker Krempel: Offizielles Organ des DDB ist das "Diabetes-Journal".
Ursprünglich war vorgesehen, es allen Mitgliedern landauf landab zur Verfügung
zu stellen. Aber jeder Landesverband hätte dieser Entscheidung zustimmen müssen.
Es gibt leider Landesverbände, die haben so viele Rentner mit einer entsprechenden
Machtposition; die wollen das nicht, weil es Geld kostet.
DiabSite/diabeticus: Welche Existenzberechtigung hat dann
noch "subkutan"? Offenbart diese Zweiteilung: "Diabetes-Journal" und "subkutan"
eine Spaltung innerhalb des DDB?
Volker Krempel: "subkutan" ist eine sehr gute Zeitschrift. Sie bietet
jedoch überwiegend Vereins-Informationen aus einzelnen Landesverbänden, wie übrigens
entsprechende Zeitschriften aus anderen Landesverbänden auch. Diese Informationen
könnten relativ problemlos ins "Diabetes-Journal" integriert werden. Leider sehen
die Landesverbände diese Notwendigkeit nicht. Im "Diabetes-Journal" haben wir
einen eigenen Redakteur, der die DDB-Seiten innerhalb des Journals bearbeitet.
Er bekommt aus den Landesverbänden mit "subkutan" leider nur spärliche Informationen.
Ich persönlich stelle mir ein Diabetes-Journal für Alle vor, mit regionalen Seiten
für die einzelnen Landesverbände.
DiabSite/diabeticus: "Diabetes-Journal" und "subkutan"
werden im Kirchheim-Verlag gedruckt. Sehen Sie manchmal eine zu große Abhängigkeit
vom Kirchheim-Verlag?
Volker Krempel: Dieser Vorwurf steht im Raum. Doch der Verlag Kirchheim
hat sich gemausert. Er tut sehr viel Gutes für die Diabetiker. Ich fühle mich
nicht am Tropf vom Kirchheim-Verlag.
DiabSite/diabeticus: Der DDB ist in vielen Dachorganisationen,
z.B. der DDU (Deutsche Diabetes-Union), BAGH (Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe
für Behinderte), DPWV (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband) und Nationale
Diabeteskonferenz vertreten. Neben dem Deutschen Diabetiker Bund gibt es noch
viele andere Diabetikergruppen, die sich teilweise schon vor Jahrzehnten vom DDB
abgespalten haben. Sehen Sie als DDB-Bundesvorsitzender die Möglichkeit, diese
Randgruppen in den DDB zu integrieren und für diese dann als Dachverband aufzutreten?
Volker Krempel: Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich sehe derzeit
eigentlich kaum eine Möglichkeit. Dies hängt auch mit der föderativen Struktur
zusammen, denn Mitglied werden Diabetiker immer in dem Landesverband ihres jeweiligen
Bundeslandes. Folglich müssten irgendwelche Selbsthilfegruppen in A-Stadt oder
B-Dorf zu ihrem jeweiligen DDB-Landesverband gehen, und jeder einzelne Teilnehmer
dort Mitglied werden.
Die Aufnahme ganzer Gruppen in den Bundesverband ist nur möglich, wenn diese Gruppen
bundesweit tätig sind und eine demokratisch legitimierte Organisationsform haben.
Bei den "Insulinern" beispielsweise oder losen Interessengruppen sehe ich diese
Voraussetzungen nicht als gegeben.
DiabSite/diabeticus: Wie wird die Kommunikation mit den
Diabetes-Gruppen gepflegt, die nicht im Deutschen Diabetiker Bund sind? Findet
überhaupt eine statt? Existieren dafür Ansätze?
Volker Krempel: Ich weiß natürlich, dass es Gruppen gibt, die mit uns
Kontakt aufnehmen wollen. Aber in der Regel sind es Gruppen, die in einem einzigen
Bundesland arbeiten. Automatisch ist der Ansprechpartner der DDB-Landesvorsitzende,
denn niemand erhält eine DDB-Mitgliedschaft direkt beim Bundesverband. Somit habe
ich als Bundesvorsitzender keinen Einfluss auf die Kommunikation mit verschiedenen
Diabetiker-Gruppen. Ich sehe aber für die Zukunft durchaus einen Handlungsbedarf
in diesem Punkt.
DiabSite/diabeticus: Die DDB-Landesverbände führen von
den Mitgliedsbeiträgen jeweils vier Euro an den Bundesverband ab. Was geschieht
mit diesem Geld?
Volker Krempel: Das wären also hochgerechnet 160.000 Euro.
Damit zahlen wir den Bundesgeschäftsführer, zwei Angestellte, einen Auszubildenden,
Mieten, Reise-, Porto- und Druckkosten. Die Landesverbände wollen aber "natürlich"
alle Infos kostenlos bekommen. Da habe ich ein Verständnisproblem. Genauso wie
bei Diabetikern, die Leistungen von uns verlangen, aber nicht bereit sind, Mitglied
zu werden.
DiabSite/diabeticus: Der Deutsche Diabetiker Bund kann
als gemeinnütziger Verein Spenden sammeln und Fördermitglieder haben. Wie hoch
sind die Einnahmen, die dadurch hinzugerechnet werden müssen?
Volker Krempel: Spenden und Förderbeiträge machen fast 2/3 unserer Gesamteinnahmen
aus.
Ein Problem sehe ich in einer anderen Organisation, der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS).
Viele Spendengelder gehen in die DDS und stehen dadurch nicht dem Deutschen Diabetiker
Bund zur Verfügung. Man hält uns zwar vor, dass wir keine Anträge bei der DDS
stellen würden, doch laut Satzung der DDS werden die Gelder vor allem für wissenschaftliche
Projekte verwendet.
DiabSite/diabeticus: Am 5. Oktober 2003 sind Dr. Hermann
Finck als Stellvertretender Bundesvorsitzender und Sie in den DDB-Bundesvorstand
gewählt worden. In einer Pressemitteilung hieß es damals, dass in der kurz darauf
stattgefundenen Sitzung des Erweiterten Bundesvorstands die neue strategische
Ausrichtung des DDB erörtert wurde. Welche Ergebnisse der Sitzung konnten seither
umgesetzt werden?
Volker Krempel: Wir sind erst zu Beginn dieses bereits geschilderten
Umsetzungsprozesses. Das wird noch ein Jahr dauern und dann findet die Bundesdelegiertenversammlung
statt, die über eine neue Satzung entscheiden muss. Bis dahin ist alles im Entwurfsstadium.
DiabSite/diabeticus: In Oberhof ist des Weiteren beschlossen
wurden, dass der DDB mehr Einfluss nehmen wird auf die gesundheitspolitischen
Entscheidungen, und dass die soziale Kompetenz erhöht werden soll. Ist das passiert?
Volker Krempel: Wir sind einen ganzen Schritt weitergekommen. Wir schicken
unsere Vertreter in die Unterausschüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die
Hauptausschüsse im Gemeinsamen Bundesausschuss werden beschickt vom BAGH. Den
Input dort zum Thema Diabetes übernimmt der Bundesgeschäftsführer, Lutz Graf zu
Dohna, und ich denke, das ist eine begrüßenswerte Entwicklung. Im Bundesministerium
für Gesundheit und Soziale Sicherung scheint man jetzt endlich zu wissen, dass
es den DDB gibt. Wir argumentieren gegenüber dem Ministerium nicht mit der Anzahl
unserer Mitglieder, sondern mit den acht Millionen Diabetikern, die wir letztlich
dort vertreten. Ich denke, dies ist legitim und hilft bei der Argumentation. Es
gibt auf vielen Ebenen Gespräche, auch über die Deutsche Diabetes-Union. Der Einsatz
hat sich auf diesen Gebieten gelohnt.
DiabSite/diabeticus: Worin sehen Sie abschließend Ihre
Aufgabe im DDB-Bundesverband?
Volker Krempel: Ich habe mir die Umstrukturierung des Deutschen
Diabetiker Bundes vorgenommen, weil ich der Meinung bin, wir müssen flexibler
arbeiten und schneller sein. Es geht alles viel zu langsam. Ich würde gern mein
Amt an einen Nachfolger übergeben, der einen geordneten Bundesverband vorfindet.
Aber das wird schwierig. Ich habe nur noch ein Jahr Zeit, da ich nicht wieder
für den Vorsitz kandidieren werde. Ich bin dann 65 Jahre alt und möchte nach
27 Jahren im DDB auch gerne einmal meinen anderen Hobbys nachgehen und mich
mehr um meine Familie kümmern, die mich in den letzten Jahren oft entbehren musste.
DiabSite/diabeticus: Herr Krempel, wir danken Ihnen für
das Gespräch.
bn & hu 25.07.04
Die Fragen stellten: Helga
Uphoff und Bernhard Neikes
Danksagung
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