Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen
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Claudia Kascherus

foto Claudia Kascherus wurde am 22.10.1970 in Mönchengladbach geboren. Sie besuchte das Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wegberg. Nach ihrem Abitur arbeitete sie zunächst in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, wie z. B. im kirchlichen Bereich (offene Kinder- und Jugendbetreuung), oder in der Behindertenarbeit in Schulen, Wohnstätten oder heilpädagogischen Kindergärten.

Die Diplomarbeit 'Diabetes mellitus (Typ I) bei Kindern und Jugendlichen unter psychosozialem Aspekt', schrieb Claudia Kascherus zum Abschluß ihres Studiums der Sozialpädagogik, an der Fachhochschule Niederrhein, im Sommer 1995.

Ihr Anerkennungsjahr absolvierte sie in einer Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche.

Seit Januar 1997 arbeitet sie in der Rheinischen Landesklinik Düsseldorf in einer akuten Aufnahmestation der Kinder- und Jugendpsychatrie.

Welche Bedeutung die psychologischen und sozialen Umständen bei dem Umgang mit Diabetikern  haben, erfuhr Claudia Kascherus auch in ihrem Anerkennungsjahr.

Damals besuchte eine Familie mit einem diabetischen Kind die Beratungsstelle. Als sie wiederholt die Verzweiflung des Beratungsteams bemerkte unterstützte sie die Betreuung der Familie durch fachspezifische Beratung. Hierdurch und durch die Erfahrungen bei der Erstellung ihrer Diplomarbeit wurden ihr erneut Mißstände in den derzeitigen Behandlungsmethoden deutlich.

Die Frage, warum sie sich gerade dieses Thema für ihre Diplomarbeit wählte, wurde mit dem Kommentar beantwortet, daß es in diesem Bereich trotz langjähriger Forschung gerade in Bezug auf die psychosozialen Aspekte noch viel zu tun und zu erkunden gäbe. Dies gelte speziell für die praktische Umsetzung der vorhandenen Modelle.

Auch während der Gespräche und Interviews zu ihrer Diplomarbeit bekam Claudia eine entsprechende Bestätigung. Das Engagement, was von Eltern und Kindern bei diesen Gesprächsgruppen eingebracht wurde, machte deutlich, daß eine Einbeziehung der Empfindungen und Ängste der betroffenen Familien nicht vernachlässigt werden darf. Dabei sei es wichtig, so Claudia Kascherus, daß individuelle Programme für Familien oder einzelne Elternteile, so wie für das erkrankte Kind oder dessen Geschwister, erarbeitet würden. Eine Verkopplung von medizinischen und psychosozialen Aspekten ist in der Betreuung von jungen/jugendlichen Diabetikern und deren Familien in den meisten Fällen eine Notwendigkeit. Dies gilt insbesondere für die Zeit der Erstmanifestation.

Die immer tiefergehenden Einschnitte im Gesundheitswesen führen allerdings dazu, daß die derzeit Ansatzweise in Diabeteszentren eingeführte psychosoziale Betreuung, den Sparmaßnahmen zum Opfer fällt.

Trotzdem hofft Claudia Kascherus, daß die zunehmende Popularität des Diabetes mellitus in der Bevölkerung und der Trend, ihn nicht durch den Hausarzt, sondern durch Diabetologen und Diabeteszentren in Teams zu behandeln, der psychosozialen Betreuung auftrieb geben.

Ihre Diplomarbeit sieht sie als Ansatz, auf die derzeitigen Mißstände hinzuweisen. Die in ihrer Arbeit aufgezeigten Lösungsansätze würde sie gerne unter Einbezug der in ihrer Diplomarbeit und den unterschiedlichen Arbeitsbereichen gewonnenen Erfahrung aktiv unterstützen. Deshalb hätte sie großes Interesse auch im Bereich der Diabetikerbetreuung tätig zu werden.


Das Interview wurde von Andrea Vieth geführt und für diabeticus aufbereitet.