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DiabAss die DiabetikerSoftware

Diabetes und Fahrtensegeln

Als Diabetiker ist der Hochseesegler besonderen Gefahren ausgesetzt. Stimmt an Land seine Insulineinstellung durch Tabletten oder Spritzen, so gibt es auf See Streßsituationen, die besonders rasch eine Unterzuckerung herbeiführen. Andererseits kann bei einer großen Crew kaum Rücksicht auf besondere Kost, die ein Diabetiker nun einmal braucht, genommen werden. Es ist oft schwierig genug, bei Seegang zu kochen, so daß der Zuckerkranke über die Nahrungsmenge und Insulinzugabe die Normalnahrung kompensieren muß. Das bedeutet eine strenge Blutzuckerkontrolle, wobei die üblichen Kontrollstäbchen mit chemischer Reaktion, (durch verfärben der Teststreifen) auf See nicht geeignet sind. Durch Luftfeuchte, Salz oder Tropenklima, werden die Teststäbchen innerhalb von Tagen unbrauchbar, verfärben sich und bringen dem Diabetiker Gefahr durch falsche Werte. Der ärztliche Rat hält daher den Diabetiker vom großen Törn ab.

Dies muß nicht sein

Um Stoffwechselentgleisungen (schlimmster Fall: Koma) vorzubeugen, muß der Diabetiker sorgfältig und weitsichtig seinen Törn planen, wobei der Sicherheitsaspekt seiner Person im Vordergrund stehen muß. Dazu gehört die Kühlung ausreichender Insulinvorräte/Tabletten, die Haltbarkeit der Medikamente nimmt ungekühlt in den Tropen schneller ab. Zur Blutzuckerbestimmung ist ein amperometrisches Meßsystem notwendig. Solche Geräte sind Accutrend Sensor von Boehringer Mannheim, Precision von MediSense und das Glucometer von Bayer Diagnostics. Medisense und Bayer benutzen einzelverpackte Elektroden. Ebenso gehört eine SSB-Seefunkstation zur unbedingten Ausrüstung der Jacht.

Hilfe kann durch Funkarztgespräche auch über weite Distanzen erfolgen. UKW-Funk bleibt für die Hochsee doch sehr beschränkt. Mit einem Satellitentelefon läßt sich sicherlich der heimische Hausarzt erreichen, aber kaum einen Touristen oder ein Handelsschiff mit rettenden Medikamenten.

Diese Erfahrung machten wir im Pazifik, als der Touristensegler "Windsong" uns Insulin überließ.

Insulinabhängig

Natürlich sind Diabetiker abhängig. Um Mißverständnissen beim Zoll vorzubeugen und die Beschaffung von Insulin zu erleichtern, die Medikamente müssen nicht verzollt werden, ist es sinnvoll, stets den Diabetikerausweis bei sich zu haben. In Panama-City gab es wegen der mitgeführten Spritzen am Airport große Aufregung, die sich erst legte, als der Polizeiarzt den Ausweis sah. Im schlimmsten Fall einer Klinikeinweisung räumt der Ausweis bei Sprachschwierigkeiten ebenso Mißverständnisse aus wie beim Zoll. Diät Lebensmittel werden vor konfiszierung bei Grenzüberschreitungen verschont.

Andere Länder, andere Speisen

Müßig, einer Diabetikerin beim Einkauf zu raten. Die Herren sind da schon sorgloser.

Aber Vorsicht, selbst das Supermarktpersonal der dritten Welt kann kaum eine verlässliche Auskunft über den Zuckergehalt der feilgebotenen Waren geben.

In Europa war das Einkaufen Gewohnheit, in exotischen Ländern sind die meisten der Lebensmittel dem Diabetiker unbekannt. Es fehlt dem Verkäufer auch die Verantwortung, weil er nur verkaufen will. Leider kommt die Bordverpflegung nicht ohne Konserven aus und genau dort liegt die Gefahr.

Diätaufdrucke weisen nicht Zuckeraustauschstoffe aus, im Sinn einer Ernährung bei Diabetes mellitus, sondern verringerte Fettanteile. Dies wurde uns fast zum Verhängnis.

Fazit

Der Schutz vor Überzuckerung klappt ausgezeichnet und Schnitzer lassen sich mit schneller wirkendem Insulin ausgleichen. Bei voraussehbarem Streß wie Sturm, starken Anstrengungen, wird etwas weniger Insulin verabreicht, evtl. im Fall der Unterzuckerung Zucker zugeführt. Die See lehrt den Diabetiker, auf sich selbst gestellt mit der Krankheit zu leben und umzugehen. Allerdings sollte er nie allein reisen.


Info

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Übernommen mit freundlicher Genehmigung von Bluewater: Informationen und Hinweise zum Blauwasser- und Fahrten-Segeln um die Welt.

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