
Ich lebe meinen Traum... ein weing eingeschränkt aber ich lebe ihn.
Ich bin am 25. Oktober 1959 in Frauendorf/Siebenbürgen als drittes Kind und einziger Sohn meiner Eltern geboren. Ich erhielt den gleichen Namen wie mein Vater und den Namen welchen auch mein Großvater trug. Meine beiden Schwestern sind 11 und 5 Jahre älter als ich und jetzt nach über 43 Jahren die ich sie jetzt kenne, immer noch recht gesund.
Abgesehen von ein wenig Diabetes und einigen Spätschäden betrachte ich mich auch als relativ gesund.
Mein Vater hat seit 1969 einen manifestierten Typ 1 Diabetes und er behandelt seinen Diabetes intensiviert mit ca. 5x spritzen. Den Erzählungen nach zu folgern hatte mein Opa ebenfalls Diabetes, doch er wurde nach dem 2. Weltkrieg zur Aufbauhilfe der Sowjetunion, dorthin verschleppt und bei seiner Erkrankung nie auf Diabetes untersucht. Beim Schulbeginn im September 1974 hatte ich Gewichtsverlust, immer Durst und mußte ständig Wasserlassen. Die Symptome kannte ich schon von meinem Vater, bei welchem 5 Jahre vorher, im Herbst 1969 diese leise Krankheit ausgebrochen war.
Diabetes wurde bei mir somit im Oktober 1974 manifestiert und an meinem 15. Geburtstag begann mein erster Krankenhausaufenthalt wegen Diabetes mellitus im Kreiskrankenhaus in Herrmannstadt. Am 27. Oktober 1974 bekam ich meine erste Insulinspritze und wurde von Dr. Hozan auf dreimal täglich spritzen, zu Essenszeiten, eingestellt.
In der Pubertät und dazu auch noch Diabetes, das konnte nur Ärger bedeuten. Ich versuchte mein Leben soweit wie möglich normal zu leben. Spielte in einer Musikband, zog mit Freunden durch die Lande und feierte so oft und so gut ich konnte. Vielleicht waren es einige Feste zu viel, denn zu dem Diabetes kamen Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre eine Neuropathie, eine Retinopathie, eine Nephropathie, eine erektile Dysfunktion, und auch noch im Jahr 2002 ein malignes Melanom, welches operativ entfernt wurde, hinzu. Anfang der 80er Jahre lernte ich Alpinski fahren das ich bis zum heutigen Tag im Winter betreibe. Ich gehe Langlaufen fahre viel Fahrrad, Jogge und bin in den warmen Monaten in Südeuropa oder in Westeuropa als Camper unterwegs.
Im Sommer 1978 lernte ich eine hübsche junge Frau in Wien, bei einer Tanzeuropeade kennen. Heute bin ich mit dieser Hübschen bald 17 Jahre verheiratet und wir haben eine 16 jährige Tochter. Wir leben südlich von München, nicht weit vom Starnberger See am Fuße der Alpen. Im Sommer 1997 machte ich meinen Motorradführerschein und kaufte mir eine 750er Yamaha mit der Cruise ich durch Mitteleuropa.
In den 80er Jahren wurde mein Wissensdurst in der Diabetologie immer größer. Ich informierte ich mich über Blutzuckermessgeräte, über Pen`s und kam selber zu der Erkenntnis, mit zweimal spritzen reicht mein Insulinbedarf schon lange nicht mehr aus. Und eine gewisse Freiheit wollte ich noch behalten und nicht vom Diabetes gefesselt sein. So klärte ich meinen damaligen Hausarzt über die Dinge die ich mir beibrachte auf, und fing an mit dem Pen die intensivierte Therapie zu praktizieren. Leider auch noch mit dem Langzeitinsulin Ultratard in Kombination mit Aktrapid. Dies stellte ich bei einem Krankenhausaufenthalt 1989 auf Protaphan um.
Feste feiern habe ich nicht verlernt, so traf meine Familie und ich mich mit 30 Freunden und ihren Kindern aus Baden Württemberg am Fachingswochenende 2003 in Südtirol und feierte 4 Tage hindurch Fasching auf der Piste und am Abend im Partyraum der Herberge wo wir untergebracht waren. Nach dem Skifahren am Nachmittag holte ich mein Akkordeon raus und wir ließen eine Hofparty nach der andern steigen. Auf der Piste zeigte ich den Kindern wie Skifahren geht, und sie fahren heute jede Piste alleine hinunter.
1993 faßte ich den Entschluß, eine Insulinpumpe für die Diabetestherapie zur Hilfe zu nehmen und legte den Pen zur Seite. Heute gebe ich auch die Pumpe wieder ab, aber nur gegen absolute Gesundheit. Ich habe aber noch niemanden gefunden der dies Angebot annehmen will. Mit meinem Diabetes komme ich ja ganz gut klar, schwieriger wird es, wenn Neumanager und Technokraten glauben, sie könnten einem das Leben schwer machen, einen mobben , bossen oder sogar Abfindungsangebote vorlegen um den Weg frei zu haben für eigene krumme Dinge. Doch mit meiner Hartnäckigkeit haben diese wohl nicht gerechnet. Ich kann auch richtig stur sein. So verfasste ich ein Schreiben "Diskriminierung am Arbeitsplatz wegen Chronischer Krankheit". Diese Schreiben verhalf mir zu ruhigen Jahren in denen ich mich auf meine Arbeit konzentrieren konnte (ich leite die Abteilung Marketing in einem Industrieunternehmen), und ich nicht damit verbringen musste ständige Angriffe abwehren zu müssen.
So ist es mir passiert von 1992 bis 1994 und auch von 2001 an bis zum heutigen Tag.Doch mich kann keiner. Unfähige MöchtegernManager, Technokraten, Wirtschaftskr.... die glauben ihnen gehört die Welt, nur wissen diese noch nicht was auf sie zukommen kann, z.B. Diabetes mellitus. Dann fangen diese bei Null an. Ich habe viel Menschen mit Diabetes kennen gelernt in meinem über 28jährigen Dasein mit meinem Begleiter Diabetes, und ich bin stolz darauf mit diesen Menschen Gespräche über Gott und die Welt und auch über Diabetes geführt zu haben, mit denen ich durch Wälder Spaziergänge gemacht habe und mit denen ich zum Joggen gekommen bin. Ich bin froh darüber, diese Menschen zu kennen. Danke auch an meinen Diabetologen Bernhard, ohne dessen Hilfe ich sicherlich schwieriger durchs Leben gekommen wäre. Danke Bernhard und dem Team-diabeticus für das Wissen, welches ihr mir und vielen andern Menschen mit Diabetes vermittelt habt, und noch weiter vielen Menschen vermitteln werdet. Allen Menschen mit Diabetes kann ich nur sagen:
Kopf hoch, denn wir sind fähig ein würdevolles Leben zu leben!
D.M.
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