
Eine Russlandreise anno 2001
Angefangen hatte alles zu Beginn des Jahres 2001. Meine Eltern hatten sich eine Flußkreuzfahrt ausgesucht. Meine liebe Ella hat so schnell zugesagt, daß mir nix anderes übrig blieb, als mitzumachen ...
Da diese Art der Zusage eigentlich immer funktioniert, habe ich schließlich auch zustimmend genickt. Ich brauch halt immer einen kleinen Schubser.20.05.01
Also am Sonntag den 20.05. sollte es losgehen.
Meine Schwester mit Freund Peter und den drei Kindern Maria, Korbinian und Florian haben uns vier dann mittags zum Flughafen gebracht. Abflug war dann um 13.15 Uhr.
Da sitzen wir nun in einem A310 der Fluggesellschaft AEROFLOT.
"Wie schaut nun der typische Russe aus?" dachte ich mir, als ich all die Leute im Flugzeug so sitzen sah.
Den typischen Russen gibt's wohl nicht ... Aber nach dem Mittagessen (Die erste Unsicherheit beim schätzen der Kohlehydrate) war es dann klar, wo einige Russen saßen. Es waren die mit der inzwischen leeren Flasche "Hennessy". :-))
Auch wenn das Essen im Flugzeug stellenweise eine "Pampe" war, hat's mit dem BZ wunderbar geklappt.
Ankunft in Moskau war dann gegen 18.00 Uhr. "Was, so lange im Flugzeug gesessen?" Natürlich nicht! Aber Moskau hat uns was voraus: Genau zwei Stunden :-))21.05.01
Ich hab ja schon vorher die Zeitverschiebung erwähnt. Für DM-ler ist das nicht ganz unwichtig zu wissen, da der Organismus sich auch mit dem Stoffwechsel erst umstellen muß. Wegen der zwei Stunden mehr hatte ich heute keine Probleme.
Ungewohnt war nun das Frühstück. Das Brot schmeckt etwas süsser als gewohnt. Aber es hat sich nicht auf den BZ-Verlauf ausgewirkt. Es gab einzelne kleine geschnittene Brotscheiben, so wie ein Baguette.
So eine Scheibe war dann recht einfach zu berechnen. Die kleine Semmel hat 1BE. Es ist also alles weiters kein Drama :-))
Für heute stand dann folgendes auf dem Programm: Die Sehenswürdigkeiten Moskaus. Heute vormittag "Roter Platz", Kaufhaus "GUM" und Stadtrundfahrt.
Nachmittags Kreml mit "Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale"
Am Abend um 19:00 verläßt die MS-TSCHITSCHERIN Moskau und nimmt Kurs auf Uglitsch.
Was mir ernährungsbedingt noch so aufgefallen ist: Die Mahlzeiten sind recht fetthaltig, meistens "dicke Soßen". Zum sehr spärlichen Salat und zur Suppe wird stets Sahne zur Verfeinerung angeboten.22.05.01
Schleusendurchfahrten in der Nacht. Um von Moskau nach St. Petersburg per Schiff zu reisen, werden 16 Schleusen benutzt.
Vormittags hatten wir Gelegenheit, mit Tatjana auf vergnügliche Art und Weise russisch zu lernen :-).
Am Nachmittag hatten wir einen Landgang in Uglitsch mit Besichtigung der Dimitri-Blut-Kirche.
Bemerkenswert waren Kinder und alte Frauen, die Blumen verkauften. Die Armut zeigt sich auf dem Land sehr stark. Da ist jeder eingenomme Rubel Gold Wert. Postkarten und Souveniers sind an Land deutlich günstiger, als auf dem Schiff zu haben.
Heute Abend gab es einen Eintopf. Der wurde in einem kleinen tönernen Topf serviert. Natürlich die obligatorische Sahne zur Verfeinerung dazu :-))
Hier möchte ich die Damen und Herren aus meinem virtuellen Bekanntenkreis (NewsGroup) bitten, mir doch mitzuteilen, wieviel Kohlenhydrate da wohl drin stecken :-)).
Ein größeres Bild gibt es, wenn auf das Kleine geklickt wird ...23.05.01
Es ist kalt geworden. Etwa 5 Grad hat es noch ... brrr.
Wieder habe ich am Vormittag einen Russisch-Kurs besucht. Diesmal hat uns Nadja eine Volksweise beigebracht.
Wohl jeder kennt das Lied "Kalinka". Kalinka ist nicht etwa ein Mädchen, das besungen wird, sondern ein Himbeerbusch.
Jetzt am Nachmittag strahlt wieder die Sonne - und auch meine liebe Ella.
Besichtigung des größten Klosters von Rußland. Es ist das Kloster Kyrillov in Goritzy, das von 10 Nonnen bewirtschaftet wird.
24.05.01
Der Tag beginnt sehr sonnig :-).
Leider wird es am spätem Vormittag auf dem Onegasee dunstig. Wir befinden uns nun auf dem Weg zur Insel Kischi am nördlichen Ende des Onegasees.
Jetzt auf freier Strecke dürfen die Touristen, 268 sind davon an Bord, die Brücke und den Maschinenraum besichtigen. Die Russen sind da keine Kostverächter, was die Technik angeht. Die Radaranlage stammt von den Engländern.
Für die Technikfreaks sei hier erwähnt, daß sich an Bord 7 Dieselaggregate befinden. Für die Allgemeine Energieversorgung stehen vier Motore zur Verfügung.
Als Fahrmotoren dienen 3 Sechszylinder. Technische Daten: 600mm Bohrung und 800mm Hub ergibt etwa 1000PS bei 375 Umdrehungen.
Auf der Insel Kischi sind mehrere typische Gotteshäuser in Holzbauweise zu bewundern.
Hier gab's den günstigsten Wodka. Das ist nicht nur irgendein Schnaps, sondern ein durchaus wohlschmeckendes Gesöff.
25.05.01
Heute früh hat es nur 4 Grad :-( und es regnet und regnet und regnet und ... es schneit ...
Ob das was mit dem Mittagessen unter freiem Himmel wird? In Mandrogj an einem grünen Anleger soll das Mittagessen, gegrillter Schaschlik in süß-scharfer Soße, unter freiem Himmel serviert werden ...
Zumindest gab's 'nen Landspaziergang bei Schneefall.
Nach dem Essen wurde Tee aus dem Samowar serviert. War eine echt leckere Geschichte :-).
Am Abend ging's dann auf den Ladoga-See. Zum ersten mal bin ich seekrank geworden :-(. Sowas ist mir noch nie passiert! Das kommt davon, wenn der Andi keinen Horizont zu sehen bekommt ...
26.05.01
Stadtrundfahrt St. Petersburg.
Hier hatte es wieder sehr viele Sehenswürdigkeiten, die ich mir nicht mehr alle merken konnte. Aber dafür hab ich ja die Bilder gemacht. Ausflug nach Puschkin zum Katharinenpalast. Wer mal die Schlösser in Bayern oder Berlin besucht hat, hat bisher nur "Spielzeughäuser" sehen dürfen. Soviel Prunk und Protz habe ich noch nie erlebt. Leider war dort fotografieren nicht erlaubt :-((
Abends haben wir dann noch eine Hafenrundfahrt gemacht. Hier wurde uns dann nochmal deutlich, dass der Polarkreis nicht mehr sehr weit weg ist. Es wurde nur für drei Stunden richtig dunkel :-))27.05.01 - Abreise am Abend
Ganztagesausflug mit Ermitage, Isaak-Kirche und Fußmarsch auf dem Newski-Prospekt.
Wegen Stadtgeburtstag St. Petersburg war die große Hauptstraße "Newski-Prospekt" mit einer unüberschaubaren Menschenmenge bevölkert. Heuer ist St. Petersburg 298 Jahre alt geworden. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was im Jahre 2003 alles geboten wird.
Gepäck um 18:01 aufgeben. Tja, nun hat auch dieser Tag ein Ende und unser Flugzeug, eine Iljuschin 86, wartet auf den Flug nach München um 19:00 Uhr.
Um die zeitliche Verwirrung nun noch komplett zu machen: Nach einer Flugzeit von 2,5 Stunden sind wir um 19:30 Uhr in München planmäßig gelandet. Für mich war es aber doch schon 21:30 Uhr. Womit wir wieder bei einem beliebten Problem von Diabetikern wären. Schließlich ist der Körper keine Maschine und macht halt was er will.
Ab morgen gilt wieder "normale" Uhrzeit.28.05.01
Dies sollte wieder ein normaler Tag werden.
So hat es zumindest mein BZ-Meßgerät angezeigt. Bis es dann Mittag wurde, und ich zum zweiten Frühstück schnell mal 2 Semmeln und eine Breze verdrückt habe.
Der BZ-Wert nach vier Stunden war nicht so dolle (152mg/dl) :-((, da mein Körper noch nach russischer Zeit "gelaufen" ist und aufgrund meines Tagesprofils etwas mehr Insulin notwendig gewesen wäre ...
Wenn ich nun aber zurückblicke, dann kann ich mich nicht beschweren. Ab diesem Urlaub habe ich auch die Süßspeisen, wie Eis, Bisquitrollen, Obstschalen und andere "Schlemmereien" in den Griff bekommen :-)).Für diejenigen, die viel Zeit haben, gibt es hier noch ein Foto-Album mit 223 Bildern.
Auf meiner eigenen Homepage gibt es dann auch noch auf einer extra Seite das BZ-Tagebuch für die 'Süßen'.Ein Bericht von Andreas Heitzer im Mai 2001.